Donnerstag, 05 Oktober 2017 15:12

Nina Plodzien mit der Bayerischen Sportjugend (bsj) in Südafrika

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Bayerische Sportjugend beim int. Sportjugendaustausch in KwaZulu

Natal vom 24.08. bis 09.09.2017

 

Als Alfons Bachhuber sen. die Ausschreibung für den internationalen Sportjugend-austausch per Email verschickte, brauchte ich nicht lange zu überlegen und konnte tatsächlich einen von 10 begehrten Plätzen ergattern. Ich wollte einfach sehen, wie die Menschen da leben, wie sehr sich das Leben der Jugendlichen dort von unserem unterscheidet.

Nach einem intensiven Vorbereitungstreffen in Pocking, wo wir u.a. unseren Gastfamilien zugeteilt wurden und viele wichtige Verhaltensregeln mit auf den Weg bekamen, war es dann endlich soweit.

Gruppenfoto

Am 24. August machte sich eine kleine Gruppe Jugendlicher zusammen mit ihren beiden Betreuern der Bayerischen Sportjugend/ Bezirk Niederbayern, Andreas Klinger und Conni Baumann auf den weiten Weg um die letzten beiden Ferien-wochen in der südafrikanischen Provinz KwaZulu Natal zu verbringen. Das Abenteuer Südafrika hatte begonnen. Naja... zumindest für 9 Jugendliche. Leider stellte sich am Frankfurter Flughafen vor dem Check In heraus, dass ein Teilnehmer seinen Reisepass zu Hause vergessen hatte.

Die Aufregung war groß und Andreas in diesem Augenblick sehr gefordert um alles Nötige zu veranlassen, dass dieser Jugendliche einen Tag später alleine nachfliegen konnte. Aber am Ende war alles gut.

 

Als wir nach langer Flugzeit endlich in Johannesburg angekommen sind, wurden wir von unseren Gastgeschwistern, welche uns fast die ganze Zeit begleiteten, sehr herzlich empfangen. Wir hatten Geschenke dabei (u.a. ganz viel Gummibärchen und Schokolade), jeder fast einen ganzen Koffer voll, über die sie sich riesig freuten. 16 Tage verbrachten wir in Ladysmith im südafrikanischen Bezirk KwaZulu Natal, lernten so Land und Leute kennen und waren ganz einfach nur mittendrin. Die Wochenenden waren als Familientage in den Gastfamilien geplant. Ich war auf der Empangeni Farm im Champagne Valley in Drakensberge, fernab der Zivilisation inmitten einer unglaublich beeindruckenden Landschaft untergebracht.Dort, bei Jenna Hatting, habe ich mich sofort wohl gefühlt. Es war ein sehr herzliches Willkommen in einem fremden Land, in dem ich mich herzlich aufgenommen und überhaupt nicht fremd gefühlt habe.

Jeden Morgen mussten wir um 6 Uhr aufstehen und unsere Gastgeschwister in die Schule begleiten. Beachtlich finde ich, dass Jenna einen Schulweg von fast 1 1/2 Stunden Fahrt auf sich nimmt, um in die High School von Ladysmith gehen zu können. Am ersten Tag wurden wir in der Schule vom Schulleiter sehr herzlich begrüßt.

Alle haben uns angeschaut, wahrscheinlich wegen der hellen Haut und den blonden Haaren und viele wollten ein Selfie mit uns machen. Die Schulzeiten sind täglich von halb 8 bis halb 3, Schuluniformen sind Pflicht und Disziplin und Respekt steht dort an erster Stelle. Mir fiel sofort auf wie ruhig es in der Klasse war.

Unser Terminkalender war prall gefüllt mit verpflichtenden Veranstaltungen aber dennoch kam der Spaß nicht zu kurz.

Ein Besuch des hiesigen historischen Museums, wo wir etwas über die Geschichte der größten ethnischen Volksgruppe -der Zulu- erfuhren, stand ebenso auf dem Programm wie der Besuch des KwaZulu Natal sharks board, wo wir an der Sektion eines Haies teilnahmen. Es war spannend und sehr lehrreich, zugleich aber auch irgendwie etwas eklig.

Wir unternahmen einen Ausflug nach Howick, wo es den Wasserfall zu bestaunen gab. Er zählt zu den wichtigsten Attraktionen der Midlands. Dieser Wasserfall ist 119m hoch und wirklich sehr beeindruckend. In Howick steht auch das berühmt gewordene Mandela Monument. Bei einem Ausflug zu dem See in Spion Kop, dort war gemeinsames grillen geplant, liefen uns Giraffen und Zebras fast vor das Auto. Überhaupt, die Natur und die Tierwelt hatten es mir angetan, denn diese Wildtiere zu beobachten, ist schon etwas ganz besonderes.

Giraffe

 

 

Der Besuch in einer „rural school“ war für mich ein schockierendes Erlebnis. Diese Schule befindet sich in einer ländlichen Gegend und dort werden nur Buben unterrichtet. Sie besteht aus einigen sehr einfachen Lehmhütten, viele Kinder haben keine Eltern mehr, es gibt keine Schulbücher und viele Kinder kommen nur in die Schule um wenigstens eine Mahlzeit am Tag zu bekommen. Wir besuchten die jüngste Klasse und verschenkten Süßigkeiten, Wasser und teilten unsere Brotzeit mit den Kindern. Das allerbeste Geschenk aber waren einfache, bunte Luftballons. Wir spielten fast die ganze Zeit mit ihnen und hatten alle richtig viel Spaß. Dieser Besuch hat uns sehr mitgenommen und uns wurde bewusst, wie gut es den Kindern in Deutschland geht.

rural

 

Ein Highlight war ein 2tägiger Besuch der Stadt Durban. Eine tolle Stadt mit einer schönen Skyline. Wir haben uns Fahrräder geliehen und sind am Strand entlang gefahren. Und ganz nach dem Geschmack der Jugendlichen hieß die Devise relaxen. Das taten wir dann auch an dem herrlichen langen Sandstrand von Durban. Sonne genießen und baden im Indischen Ozean. Am nächsten Morgen standen wir ganz früh auf, um uns den Sonnenaufgang am Meer anzuschauen. Einfach unvergesslich!

Sonnenaufgang

Ein weiteres Highlight war die „hike and canopy tour“ in den Drakens-bergen. Es war einfach nur cool an den Zip Lines über den Wald zu fliegen. Die Lines sind teilweise 80m hoch und bis zu 200m lang. Tolle Guides und die gute Stimmung in der Gruppe machten einfach nur Spaß.

Nina in der Luft

 

Es gibt so viele Eindrücke und Erinnerungen, die ich gerne noch erzählen möchte, aber das würde hier zu viel werden. Die Berg Show in Winterton mit dem anschließenden Konzert der Band Parlatones, z.B., oder die schönen Buspartys, bei denen Andreas gute Nerven zeigen musste, die tollen Partys am Abend, die sich immer spontan ergaben oder auch der Besuch der Universitätsstadt Pretoria.

Doch irgendwann kam der Tag des Abschiedes mit einer gelungenen Farewell-Party, bei der viele Tränen flossen. Es wurden viele Dankesreden gehalten undGeschenke wurden ausgetauscht. Delegationsleiter Andreas Klinger bedankte sich im Namen aller Jugendlichen für die warmherzige Aufnahme und das vielseitige Programm.

Ich habe viele neue Leute kennengelernt. Menschen, die irgendwie alle so nett und so normal sind. Tolle Freundschaften sind entstanden, wir haben so viel schöne Zeit miteinander verbracht mit dem intensiven Wunsch uns wieder zu sehen.

Nina mit Gastgeberin

 

 

   
 
 
     
   
       
Gelesen 108 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 05 Oktober 2017 21:09